Veröffentlicht am 1. Dezember 2025
Die 5 häufigsten Vermieter-Ausreden – und wie Sie eiskalt kontern
Sie haben einen Mangel gemeldet, voller Tatendrang und mit dem Gesetz auf Ihrer Seite. Doch statt eines Handwerkertermins bekommen Sie Post vom Vermieter, die vor Kreativität nur so strotzt. Willkommen im großen Bullshit-Bingo der Vermieter-Ausreden! Keine Sorge, Sie sind nicht allein. Viele Vermieter versuchen, sich mit rhetorischen Nebelkerzen aus der Verantwortung zu ziehen. Wir stellen die Top 5 dieser Manöver vor – und liefern Ihnen die passenden, eiskalten Konter, die jede Diskussion sofort beenden.
Ausrede 1: "Sie lüften falsch!" (Der Schimmel-Klassiker)
Die Behauptung: Die Schimmelbildung sei allein Ihr Fehler. Sie würden vermutlich in der Wohnung einen Regenwald züchten und nie ein Fenster öffnen.
Ihr Konter: "Vielen Dank für Ihren kreativen Beitrag zur Ursachenforschung. Ich heize und lüfte die Wohnung entsprechend den allgemeinen Empfehlungen (mehrmals tägliches Stoßlüften). Wie die aktuelle BGH-Rechtsprechung (Az. VIII ZR 212/23) jedoch unmissverständlich klarstellt, sind Sie als Vermieter verpflichtet, eine Wohnung zur Verfügung zu stellen, die auch bei normalem Nutzerverhalten frei von Mängeln wie Schimmel bleibt. Die Ursache liegt daher mutmaßlich in der Bausubstanz. Ich erwarte die Beauftragung eines unabhängigen Fachmanns zur Ursachenforschung bis zum [Datum]."
Ausrede 2: "Das ist nur ein Schönheitsfehler / eine unerhebliche Kleinigkeit."
Die Behauptung: Der Mangel sei so geringfügig, dass er keine Mietminderung rechtfertige. Ein paar Tropfen hier, ein Kratzer da – man soll sich nicht so anstellen.
Ihr Konter: "Ob ein Mangel unerheblich ist, beurteilt sich nicht nach Ihrer subjektiven Einschätzung, sondern nach dem Grad der Beeinträchtigung des vertragsgemäßen Gebrauchs. Eine ständig tropfende Dusche, die mich nachts nicht schlafen lässt / eine defekte Klingel, durch die ich wichtige Pakete verpasse / [Ihr Mangel], beeinträchtigt meine Wohnqualität täglich und ist daher ein erheblicher Mangel im Sinne des § 536 BGB. Eine Mietminderung ist somit zweifellos gerechtfertigt."
Ausrede 3: "Dafür bin ich nicht zuständig." (Bei Baulärm, Nachbarlärm etc.)
Die Behauptung: Da der Lärm von einer externen Quelle (Baustelle, Nachbar) stammt, wäscht der Vermieter seine Hände in Unschuld.
Ihr Konter: "Das mag sein, ist für mich aber rechtlich irrelevant. Mein Vertragspartner sind Sie, nicht der Bauherr von nebenan oder der Heavy-Metal-Fan aus dem dritten Stock. Sie schulden mir den ungestörten Gebrauch der Mietsache. Da dieser durch den Lärm erheblich beeinträchtigt ist, besteht ein Mangel an der Mietsache, für den Sie mir gegenüber haften. Ob Sie sich Ihrerseits am Verursacher schadlos halten, berührt meinen Minderungsanspruch nicht. Ich verweise auf mein beigefügtes Lärmprotokoll und erwarte Ihr Handeln."
Ausrede 4: "Das war schon bei Einzug so, Sie haben das akzeptiert."
Die Behauptung: Sie kannten den Mangel bei Vertragsabschluss und haben ihn durch Ihre Unterschrift quasi heiliggesprochen.
Ihr Konter (wenn der Mangel nicht im Protokoll steht): "Das ist eine interessante Behauptung, die sich allerdings nicht mit dem Übergabeprotokoll deckt. Der Mangel war bei der Wohnungsübergabe weder erkennbar noch wurde er protokolliert. Ich habe die Wohnung in dem guten Glauben angemietet, dass sie mangelfrei ist. Sollten Sie an Ihrer Behauptung festhalten, bitte ich um einen entsprechenden schriftlichen Nachweis Ihrerseits."
Ihr Konter (wenn der Mangel im Protokoll steht, aber ohne Vorbehalt): "Zwar wurde der Mangel im Protokoll erwähnt, jedoch verjährt Ihr gesetzlicher Instandhaltungsanspruch nicht. Ein Mangel bleibt ein Mangel, auch wenn er alt ist. Ich fordere Sie hiermit auf, den vertragsgemäßen Zustand nun endlich wiederherzustellen."
Ausrede 5: "Ich habe gerade kein Geld für die Reparatur."
Die Behauptung: Der Vermieter appelliert an Ihr Mitleid und seine leere Brieftasche.
Ihr Konter: "Ihre finanzielle Liquidität ist bedauerlich, aber für Ihren gesetzlichen Instandhaltungsanspruch aus unserem Mietvertrag vollkommen unerheblich. Als Mieter zahle ich pünktlich für eine mangelfreie Wohnung. Solange dieser Zustand nicht gegeben ist, besteht mein Recht zur Mietminderung. Die Miete ist kein Almosen, sondern eine Gegenleistung. Ich halte an der von mir gesetzten Frist fest und erwarte die umgehende Beauftragung eines Handwerkers."
Analyse & Methodik
Die hier vorgestellten Konter basieren auf einer Analyse der gängigen Vermieterstrategien und der dazugehörigen mietrechtlichen Rechtsprechung. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die Argumentation des Vermieters nicht auf einer emotionalen, sondern auf einer sachlich-juristischen Ebene zu widerlegen. Keywords wie "Beweislastumkehr", "vertragsgemäßer Gebrauch", "Instandhaltungspflicht" und "unerheblicher Mangel" sind hierbei juristische Hebel, die Ihrer Position Gewicht verleihen.
Fazit: Vorbereitung ist alles
Lassen Sie sich nicht von den Ausreden Ihres Vermieters einschüchtern. Mit der richtigen Vorbereitung, einer sauberen Dokumentation und einer sachlichen, aber bestimmten Kommunikation können Sie die meisten dieser Manöver erfolgreich abwehren. Ein rechtssicheres Anschreiben, wie es unser Assistent erstellt, ist dabei Ihr wichtigstes Werkzeug, da es von Anfang an Professionalität signalisiert und dem Vermieter zeigt, dass Sie Ihre Rechte kennen und bereit sind, sie durchzusetzen.
Häufig gestellte Fragen
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