Feuchtigkeit & Schimmel

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Mietminderung bei: Feuchtigkeit in Wänden/Decke

Dauerhaft feuchte Wände sind ein Alarmsignal. Wir erklären die Ursachen, die Gesundheitsrisiken und wie Sie eine Mietminderung durchsetzen.

Definition & Rechtsgrundlage

Feuchtigkeit in Wänden oder Decken liegt vor, wenn Bauteile dauerhaft oder wiederkehrend eine erhöhte Feuchte aufweisen, die über das normale Maß hinausgeht. Dies äußert sich oft durch dunkle Verfärbungen, abblätternden Putz oder Salpeterausblühungen und ist eine häufige Vorstufe zu Schimmelbildung.

Eine dauerhaft durchfeuchtete Wand ist ein erheblicher Sachmangel gemäß § 536 BGB, da sie die Bausubstanz gefährdet und die Gesundheit der Bewohner bedroht. Sie müssen keine sichtbaren Schimmelpilze abwarten, um zu handeln. Das AG Gummersbach (Az. 10 C 13/05) sah 30% Minderung als gerechtfertigt an.

Ursachen & Symptome

Typische Ursachen

  • Aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich bei mangelnder Kellerabdichtung
  • Eindringendes Regenwasser durch Risse im Mauerwerk oder ein undichtes Dach
  • Ein unentdeckter, kleiner Rohrbruch in der Wand (Leckage)
  • Kondensationsfeuchte an Wärmebrücken

Typische Anzeichen für Sie

  • Dunkle, dauerhafte Flecken an der Wand, die sich 'klam' anfühlen
  • Abblätternde Farbe oder welliger, sich lösender Putz
  • Weißliche, kristalline Ausblühungen (Salpeter)
  • Muffiger, modriger Kellergeruch in Wohnräumen

Auswirkungen auf Gesundheit & Wohnqualität

Dauerhafte Feuchtigkeit in Wänden führt fast zwangsläufig zu Schimmelbildung, auch im Verborgenen. Die hohe Luftfeuchtigkeit kann gesundheitliche Probleme verursachen und die Bausubstanz nachhaltig schädigen.

Beweisführung & Pflichten

Fotografieren Sie die feuchten Stellen über einen längeren Zeitraum, um die Dauerhaftigkeit zu belegen. Nutzen Sie einen Zollstock, um die Größe der Flecken zu dokumentieren. Ein Feuchtigkeitsmessgerät (im Baumarkt erhältlich) kann objektive Werte liefern, die Sie protokollieren sollten. Diese präzisen Daten sind Gold wert für die Eingabe in unserem Mietminderungs-Assistenten.

Pflichten des Vermieters

Der Vermieter muss umgehend die Ursache der Durchfeuchtung ermitteln (lassen) und diese fachgerecht beseitigen. Ein einfaches Überstreichen der Flecken ist keine Lösung und unzulässig.

Hinweise zur Beweislast

Der Mieter muss die Feuchtigkeit beweisen. Kann er dies, muss der Vermieter beweisen, dass die Ursache nicht in seinem Verantwortungsbereich liegt.

Ihre Vorgehensweise

  1. Schritt 1: Mangel rechtlich einordnen. Handelt es sich um einen vorübergehenden Wasserfleck nach einem Starkregen oder um ein dauerhaftes Problem, das auf einen Baumangel hindeutet? Die korrekte Einschätzung ist entscheidend.
  2. Schritt 2: Beweise & Unterlagen sammeln. Fotografieren Sie die feuchten Stellen wöchentlich, um die Entwicklung zu dokumentieren. Ein Zollstock im Bild hilft, die Größe zu verdeutlichen. Notieren Sie den muffigen Geruch und eventuelle gesundheitliche Beschwerden.
  3. Schritt 3: Mängelanzeige rechtssicher formulieren. Das Schreiben muss den Mangel genau beschreiben und eine Frist zur Ursachenforschung und Beseitigung setzen. Formfehler können Ihre Position schwächen. Der Assistent stellt sicher, dass Ihre Mängelanzeige formal korrekt ist und den nötigen Druck aufbaut.
  4. Schritt 4: Reaktion des Vermieters bewerten. Ignoriert der Vermieter das Problem oder will er nur überstreichen lassen? Die richtige Reaktion darauf ist entscheidend.
  5. Schritt 5: Zulässige Strategie & Minderungshöhe festlegen. Die Höhe der Minderung hängt stark von der Ursache und der Beeinträchtigung ab. Eine falsche Selbsteinschätzung kann zu rechtlichen Problemen führen. Nutzen Sie die Analyse unseres Assistenten, um eine sichere, auf Vergleichsdaten basierende Strategie zu fahren.

Minderung & Fallstricke

Mögliche Mietminderungssätze laut Rechtsprechung

Die Spanne reicht von 10-20% bei Feuchtigkeit in einem Raum bis zu 50% bei mehreren betroffenen Räumen oder wenn bereits ein modriger Geruch wahrnehmbar ist. Da dies stark vom Einzelfall abhängt, sollten Sie zur Ermittlung einer realistischen Spanne unseren Mietminderungs-Assistenten nutzen, um eine sichere, gut begründete Forderung zu stellen.

Beispielurteile: LG Köln, Az. 9 S 312/83: 80% Minderung bei erheblicher Feuchtigkeit und Schimmelgefahr nach Wasserschaden. (juris.de); LG Hannover, Az. 12 S 9/00: 20% Minderung wegen feuchter Kellerwände, wenn der Keller als Hobbyraum mitvermietet wurde. (anwalt.de)

Wann ist eine Mietminderung nicht möglich?

  • Bei geringfügigen, oberflächlichen Feuchtigkeitsspuren nach einem starken Regen, die schnell wieder abtrocknen.
  • Wenn der Mieter den Schaden selbst verursacht hat (z.B. durch ein übergelaufenes Aquarium).

Risiken und rechtliche Fallstricke

Das größte Risiko ist, den Mangel zu ignorieren. Die Folgeschäden (Schimmel, Putzschäden) werden immer größer und gesundheitsschädlicher. Eine zu hohe Minderung kann jedoch gefährlich sein. Der sicherste Weg ist daher eine fundierte Einschätzung, wie sie unser Assistent bietet, kombiniert mit der 'Zahlung unter Vorbehalt', um ein Kündigungsrisiko auszuschließen.

Verjährung & Fristen

Der Anspruch auf Beseitigung verjährt nicht. Der Anspruch auf Rückforderung zu viel gezahlter Miete unterliegt der dreijährigen Verjährungsfrist.

Häufige Fragen

Ihr Zuhause ist es wert.

Lassen Sie sich von Mietmängeln nicht unterkriegen. Nutzen Sie Ihre Rechte als Mieter und sorgen Sie dafür, dass Ihr Zuhause wieder der Ort wird, an dem Sie sich wohlfühlen.

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